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Helmut Kohl, Dr.

Bundeskanzler von 1982-1998

Helmut Josef Michael Kohl wurde am 3. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein geboren.
Er war von 1969 bis 1976 Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz und von 1982 bis 1998 (16 Jahre) Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Beendigung der Schulausbildung begann Helmut Kohl 1950 sein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main. 1951 wechselte er an die Universität Heidelberg mit den Hauptfächern Geschichte und Staatswissenschaften. Kohl war 1947 Mitbegründer der Jungen Union. 1948 trat er in die CDU ein. 1954 wurde er stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland-Pfalz, 1955 Mitglied des Landesvorstandes der CDU Rheinland-Pfalz, 1966 bis 1973 Landesvorsitzender der CDU von Rheinland-Pfalz, 1966 Mitglied des Bundesvorstandes der CDU und 1969 stellvertretender Bundesvorsitzender. 1973, ein Jahr nach Rainer Barzels misslungenen Misstrauensvotum gegen den amtierenden Bundeskanzler Willy Brandt, konnte Kohl ihn als Bundesvorsitzenden der CDU ablösen und behielt diese Parteifunktion 25 Jahre bis zum 4. November 1998 inne. Bei der Bundestagswahl 1976 trat er erstmals als Kanzlerkandidat seiner Partei an, die CDU verfehlte die absolute Mehrheit mit 48,6 % der Stimmen nur knapp. Nach der verlorenen Wahl fasste die CSU den Kreuther Trennungsbeschluss zur Aufhebung der Fraktionsgemeinschaft, Kohl konnte jedoch gegen Franz Josef Strauß deren Fortführung durchsetzen. Bei der Bundestagswahl 1980 musste er Strauß den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur lassen.

Nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition von Bundeskanzler Helmut Schmidt im September 1982 – es bestanden schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Wirtschaftspolitik in Deutschland – nahmen FDP und CDU/ CSU am 20. September 1982 Koalitionsgespräche auf.

Kohl wurde für das Amt des Bundeskanzlers nominiert und am 1. Oktober 1982 bei der Wahl - im Rahmen eines konstruktiven Misstrauensvotums - gegen den amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt zum sechsten Bundeskanzler gewählt. Bundesaußenminister wurde, wie auch in der sozial-liberalen Koalition, Hans-Dietrich Genscher. Daraufhin erkannte Kohl eine für ihn günstige Stimmung und stellte die Vertrauensfrage, bei der sich die FDP aus wahltaktischen Gründen enthielt. Er ließ mit einem verfassungsrechtlich umstrittenen Vorgehen den Bundestag durch den Bundespräsidenten auflösen und Neuwahlen anberaumen. Bei der Bundestagswahl 1983 wurde die Koalition aus CDU/CSU und FDP mit Stimmengewinnen für die CDU/CSU (48,8 %, +4,3 %) und deutlichen Stimmenverlusten für die FDP (7,0% -3,6 %) wiedergewählt.

In den ersten Jahren seiner Amtszeit setzte Kohl den unter der Regierung Schmidt gefassten NATO-Nachrüstungsbeschluss gegen den Widerstand der Friedensbewegung durch.

Am 22. September 1984 trafen sich Kohl und der französischen Staatspräsidenten François Mitterrand am Ort der Schlacht um Verdun, um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken. Das Foto ihres minutenlangen Händedrucks wurde bekannt als Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung. Kohl und Mitterand wurde in den folgenden Jahren ein besonders enges Vertrauensverhältnis nachgesagt. Sie brachten gemeinsame Projekte wie das Eurokorps und den Fernsehsender arte auf den Weg. Auch Fortschritte der europäischen Einigung wie der Vertrag von Maastricht und später die Einführung des Euro wurden wesentlich einer engen deutsch-französischen Zusammenarbeit zugeschrieben.

Bei den Bundestagswahlen 1987 wurde Kohl im Amt bestätigt. Gegenkandidat war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau. Nachdem sich der Zusammen-bruch der DDR abzeichnete und die Mauer gefallen war, legte Helmut Kohl ohne vorherige Absprache mit dem Koalitionspartner am 28. November 1989 im Deutschen Bundestag ein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“, das letztendlich zur Wiedervereinigung Deutschlands führen soll, vor. Gemeinsam mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher erreichte er in Gesprächen mit den Siegermächten des 2. Weltkriegs deren Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands und dessen Einbindung in die NATO.

Am 17. Januar 1991 wurde Kohl zum dritten Mal vom Bundestag zum Kanzler wieder gewählt, nachdem er sich bei der Bundestagswahl 1990 gegen den saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine durchgesetzt hatte. Damit war er der erste Kanzler des wiedervereinigten Deutschlands. Dem „Kanzler der Deutschen Einheit“ werden große Verdienste um die Wiedervereinigung Deutschlands und das Zusammenwachsen Europas zugerechnet.

In der Bundestagswahl 1994 wurde Kohl zum vierten Mal zum Bundeskanzler gewählt; diesmal setzte er sich gegen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping durch. Die folgenden Jahre waren eher von außenpolitischen Erfolgen geprägt ( Frankfurt am Main als Sitz für die neu geschaffene EZB, Euro-Einführung). Innenpolitisch zeichnete sich auch wegen des SPD-dominierten Bundesrats und der damit eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Bundesregierung bei steigender Arbeitslosigkeit und geringem Wirtschaftswachstum eine gewisse Stagnation ab, die in die Wahlniederlage 1998 mündete.

Link: www.helmut-kohl.de