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Konrad Adenauer (1876 - 1967)

Erster Kanzler der Bundesrepublik, 1949-1963

Konrad Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Sein Vater war ein Beamter im mittleren Dienst. Seine Mutter, Helene geb. Scharfenberg, stammte gleichfalls aus einem Beamtenhaushalt. Mit drei Geschwistern, zwei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester, wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Nach dem Abitur begann er eine Banklehre, die er abbrach, als ihm ein Kölner Bürgerstipendium ermöglichte, an der Universität Freiburg das Jurastudium aufzunehmen. Nach zwei Semestern in München, wo er auch Volkswirtschaft hörte, ging er nach Bonn. Dort legte er mit gutem Erfolg das Referendarexamen ab. Das Assessorexamen in Berlin bestand er mit „ausreichend". Nach seiner Assessorenzeit bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Köln trat er 1902 in das Anwaltsbüro des Kölner Justizrats Hermann Kausen ein, der Vorsitzender der Zentrumsfraktion in der Stadtverordnetenversammlung war.
Seine politische Laufbahn begann, nachdem er 1904 die vierundzwanzigjährige Emma Weyer, die Tochter einer angesehenen und wohlhabenden Kölner Familie, geheiratet hatte. Durch diese Heirat kam er in Verbindung mit dem gesellschaftlich und politisch tonangebenden rheinischen Bürgertum.
Wiederholt wurde er auch in den Regierungskrisen der Weimarer Republik zum Kreis
der möglichen Kanzlerkandidaten gezählt. Sein Bekenntnis zur Republik und zur Demokratie, das sich mit föderalistischen und christlich-sozialen Grundüberzeugungen verband, machte ihn bei den Gegnern des Weimarer „Systems“ verhaßt. Als die Nationalsozialisten 1933 an die Regierung kamen, wurde er deshalb unverzüglich seines Postens als Oberbürgermeister Kölns enthoben und aus seiner Heimatstadt verbannt.

Die Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges überlebte Adenauer mit seiner Familie in Rhöndorf. Eine gefährliche Situation ergab sich für ihn gegen Kriegsende, als er nach dem gescheiterten Hitlerattentat als Regimegegner für mehrere Monate in Gestapohaft genommen wurde.

Von überregionaler Bedeutung nach Ende des Zweiten Weltkrieg war sein Einfluß im Amt des Präsidenten des Parlamentarischen Rates, der 1948 auf Anweisung der drei Westalliierten geschaffen wurde, um ein „Grundgesetz“ der Bundesrepublik Deutschland auszuarbeiten. In dieser Stellung wurde er sowohl gegenüber den Ministerpräsidenten der Länder als auch gegenüber den Militärgouverneuren zum „Sprecher der werdenden Bundesrepublik“ und gewann so in der Öffentlichkeit Ansehen.
Am 15. September 1949 wurde Adenauer zum 1. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.
Die von Adenauer geführten Regierungen legten den Grund für den erfolgreichen Aufbau einer neuen Demokratie. Epochale Weichenstellungen sind auf immer mit der „Ära Adenauer“ verbunden. Das „Wirtschaftswunder“ wäre ohne Sicherung des inneren sozialen Friedens nicht möglich gewesen. Zum ersten Mal wurde in Deutschland kontinuierlich und konsequent Sozialpolitik als Strukturpolitik betrieben.
In der Bundestagswahl 1957 errang die CDU/CSU mit Adenauer als Spitzenkandidat die absolute Mehrheit der Stimmen (50,2%) - ein wohl einmaliger Erfolg. Am Ende der dritten Kanzlerschaft Adenauers überwogen jedoch die Unsicherheiten. Die Veränderung der weltpolitischen Großwetterlage, hervorgerufen durch eine andere Prioritätensetzung der USA, verschärfte den sowjetischen Druck auf Berlin (Berlin-Ultimatum und
3-Staaten-Theorie). Ein historischer Schritt gelang mit der Aussöhnung Deutschlands und Frankreichs, die auf der Freundschaft Adenauers mit de Gaulle (erstes Treffen 1958) aufbaute. Die Deutschlandpolitik erreichte unterdessen einen Tiefpunkt. Der Berliner Mauerbau am 13. August 1961, wenige Wochen vor der vierten Bundestagswahl, schien die deutsche Teilung auf Dauer zu verfestigen. 1961 noch einmal zum Kanzler einer CDU/CSU-FDP-Koalition gewählt, trat Adenauer zur Mitte der Legislaturperiode vereinbarungsgemäß zurück. Sein letzter politischer Erfolg war 1963 die Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrages, der über die Zusammenarbeit der beiden Nachbarstaaten hinaus auf Europa als große Zielsetzung der Adenauerschen Politik verwies.
Als er am 19. April 1967 - 91jährig - starb, wurde er als Staatsmann, dem die Deutschen in der Bundesrepublik Freiheit, Wohlstand und soziale Sicherheit verdankten, weltweit geehrt. Adenauer liegt in Rhöndorf begraben. Sein Wohnhaus ist durch eine Stiftung als Museum und Forschungsstätte eingerichtet worden.
Zitat:
„Man darf niemals 'zu spät' sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät.
Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“ (Konrad Adenauer)
„Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont.“
(Konrad Adenauer)

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