Wissenswertes Wissenswertes

UNSER LAND:

WIR SIND STOLZ DRAUF!

Martin Luther

Martin Luther (eigentlich Martin Luder;) ist der geistige Vater der protestantischen Reformation. Als Augustiner- Mönch wurde er Theologe und Professor und wollte notwendige Reformen zunächst ohne Kirchenspaltung erreichen. Durch seine sprachliche und schriftstellerische Gabe und charismatische Persönlichkeit entfaltete er breite Wirkungen; seine Lutherbibel zählt bis heute zu den wichtigsten Bibelübersetzungen.

Von 1501 bis 1505 studierte Luther an der Universität Erfurt in Thüringen und erhielt den „ Magister Artium“ der philosophischen Fakultät. Im Jahr 1505 wurde Luther auf seinem Heimweg von einem schweren Gewitter überrascht, hatte Todesangst und rief zur Schutzpatronin: " Heilige Anna, hilf! Lässt Du mich leben, so will ich ein Mönch werden." Aufgrund dieses Gelübdes trat er gegen den Willen seines Vaters dann dem Augustinerorden bei. Hier kam er in Kontakt mit Johann von Staupitz, dem Generalvikar der Kongregation. Die Freundschaft zu ihm hielt bis zu Staupitz' Tod 1524 an. Bis 1511 lebte und predigte Luther in Erfurt, studierte die Kirchenväter und lernte lateinisch, griechisch und hebräisch. 1512 wurde er als Nachfolger von Staupitz Doktor der Theologie und Professor in Wittenberg. Dort hielt er Vorlesungen über die Psalmen und Paulusbriefe.

1517 änderte er seinen Nachnamen Luder in Luther (in Anspielung auf das griech. Wort ελευθερος, eleutheros für "Befreiter, frei"). Das weist auf die "reformatorische Wende" seines Denkens hin.

Luther hatte schon auf einer Romreise Ablass- und Bußpraktiken kennengelernt, die er innerlich ablehnte. Doch nun bekam er die vom Bischof von Mainz und Brandenburg verfasste „Instructio Summarium“, eine Anweisung für die im Land umherreisenden Ablassprediger, in die Hände. Dieser Bischof versuchte, einen Teil der für Rom bestimmten Einnahmen aus dem Ablass für sich abzuzweigen, um sich so ein Kurfürstenamt zu erkaufen. Er gewann den Ablassprediger Tetzel für diesen Plan und sandte ihn auch nach Sachsen. Der Ablass war ein Mittel der katholischen Kirche, Spenden für den Bau des Petersdoms in Rom zu gewinnen. Man gab den Gläubigen dafür „Ablassbriefe“, die einen dem Geldbetrag entsprechenden Bußerlass für sie oder für bereits gestorbene Angehörige bescheinigen sollten, woraus jedoch in der Predigt der Ablasshändler oft ein Sündenerlass gegen Geld wurde.

Daraufhin verfasste Luther 95 Thesen, um einen öffentlichen Disput über diese Praxis in Gang zu bringen. Diese Thesen schlug er aber, entgegen der Legende, nicht am Kirchentor in Wittenberg an, sondern publizierte sie in einigen Exemplaren für seine Dozenten-Kollegen. Darin protestierte er gegen damalige Mißstände in der katholischen Kirche, von denen der Ablasshandel nur eines war. Dieser war für Luther der äußere Anlass, eine grundlegende Reform der ganzen Kirche zu fordern.

Im Juni 1518 wird ein Prozess gegen Luther wegen der Veröffentlichung seiner 95 Thesen eröffnet. Es bestehe die Gefahr der Ketzerei, was in dem Verfahren untersucht werden soll. In den Vorlesungen, die Luther als Dozent in Wittenberg hält, notieren Spitzel seine negativen Äußerungen über die Exkommunizierung. Danach wird im August 1518 der Prozess auf notorische Ketzerei geändert.

Am 17. April 1521 steht Luther vor dem Reichstag zu Worms und wird verhört. Hier wird ihm letztmals die Möglichkeit zum Widerruf eingeräumt. Da er diesen nach einem Tag Bedenkzeit verweigert, wird am 8. Mai 1521 die Reichsacht über ihn verhängt. Das erlassene „ Wormser Edikt“ verbietet es im gesamten Reich, Luther zu unterstützen oder zu beherbergen, seine Schriften zu lesen oder zu drucken.

Auf der Wartburg bleibt Luther bis zum 1. März 1522 inkognito als „ Junker Jörg“. In dieser Zeit übersetzt er 1521 das Neue Testament in nur wenigen Wochen ins Deutsche: Diese Übersetzung wurde später in großer Auflage verbreitet und dann mit dem Alten Testament (übersetzt 1534) zusammen zur berühmten Lutherbibel.

Damit machte Luther biblische Inhalte auch dem einfachen Volk zugänglich. Er setzte Maßstäbe für die deutsche Sprache und beeinflusste ihre Entwicklung zum gemeinsamen Hochdeutsch. Aber er übersetzte weniger wörtlich, sondern versuchte, die biblischen Aussagen sinngemäß im Deutschen wiederzugeben. Er wollte „dem Volk aufs Maul schauen“ und verwendete daher eine kräftige, bilderreiche, volkstümliche und allgemein verständliche Ausdrucksweise. Anregung zur und Hilfe bei der Übersetzung erhielt er von dem Wittenberger Professor Philipp Melanchthon. Als Vorlage diente ihm ein Exemplar der griechischen Bibel des Erasmus von Rotterdam.

Luther war nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übertrug. Schon um 360 entstand die gotische Wulfilabibel. Im 14. Jahrhundert war die Bibel aus der lateinischen Vulgata ins Deutsche übersetzt und bis 1518 14mal hochdeutsch und 4x niederdeutsch gedruckt worden. Aber diese Übersetzungen fußten auf der lateinischen Bibel von Hieronymus ( Altes Testament), hatten also bisher mindestens zwei Übersetzungsschritte hinter sich. Luther dagegen bemühte sich um direktere Übersetzungen aus dem Urtext des AT, also dem Hebräischen bzw. Griechischen (Septuaginta).

Die Lutherbibel wird bei den Protestanten mit mehreren revidierten Neuauflagen bis heute verwendet. Sie ist auch eine wichtige Basis der Kirchenmusik, da ihre Texte für Choräle, Kantaten, Motetten usw. verwendet wurden.

Link: Luther Gedenkstätten