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Paulskirchenparlament
(1848-1849)

Die Frankfurter Nationalversammlung war das erste demokratische Parlament in Deutschland.

Soziale Spannungen und die reaktionäre Politik der wesentlich vom österreichischen Staatskanzler Metternich seit dem Wiener Kongress von 1815 geprägten Restauration in den meisten europäischen Mächten führten 1848 in fast ganz Europa zu revolutionären Unruhen.

Die Meldungen vom geglückten Umsturz in Frankreich fachten auch in den deutschen Fürstentümern revolutionäre Stimmungen an. Bürger und liberale Politiker forderten u.a. die deutsche Einheit, eine Verfassung, die Aufhebung der Pressezensur und ein gesamtdeutsches Parlament. Am 5. März 1848 trafen sich einige reformwillige Politiker und Abgeordnete einzelner Landtage in Heidelberg, um die Zukunft Deutschlands zu erörtern. Sie beschlossen die Gründung eines Vorparlaments, das Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung vorbereiten sollte. Das Vorparlament tagte vom 31. März bis zum 3. April in Frankfurt am Main.

In der Zwischenzeit wurden in Deutschland zahlreiche konservative Regierungen gestürzt und durch liberale Kräfte ersetzt. Im März 1848 kam es nach vergleichbaren Ereignissen in vielen deutschen Staaten auch in Preußen zu Aufständen, worauf sich König Friedrich Wilhelm IV. zu Zugeständnissen entschloss. Unter anderem sollte die Pressefreiheit wieder eingeführt und eine deutsche Verfassung ausgearbeitet werden. Als die Berliner Bevölkerung dem König dafür danken wollte, löste sich in der Menge, wahrscheinlich vom preußischen Militär, ein Schuß, worauf es zu blutigen Barrikadenkämpfen kam (Märzrevolution).

Am 19. März 1848 ließ der König alle Soldaten aus Berlin abziehen. Kurze Zeit später beschloss der Vereinigte Landtag, welcher die Zusammenkunft der acht preußischen Provinziallandtage darstellte, die Durchführung freier Wahlen zur Nationalversammlung, die schließlich am 1. Mai durchgeführt wurden. Auf je 50.000 Männer wurde ein Abgeordneter gewählt. Das Wahlrecht war an die "Selbständigkeit" geknüpft und wurde in jedem der deutschen Staaten anders gehandhabt. Schätzungsweise hatten nur 85% der Männer das Wahlrecht, wo hingegen Frauen dieses Recht gänzlich verweigert wurde. Da nicht alle Wahlkreise auch Abgeordnete entsandten, hatte das Parlament nur ungefähr 585 Mitglieder.

Am 18. Mai kam es zur ersten Sitzung der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt, an der allerdings nur 330 Abgeordnete teilnahmen. Heinrich von Gagern ernannte man zum Präsidenten des Parlaments.

Die Frankfurter Nationalversammlung ist ein Resultat der Märzrevolution von 1848 und war das erste, frei gewählte Parlament für ganz Deutschland, das von 1848- 1849 in der Frankfurter Paulskirche tagte. Die Versammlung legte nach langen und heftigen, kontrovers geführten Debatten eine demokratische Verfassung vor, die neben liberalen Reformen auch die Einigung der deutschen Staaten unter dem Dach einer konstitutionellen Monarchie mit Erbkaisertum vorsah. Zum Tragen kam diese Verfassung aufgrund des Scheiterns der Märzrevolution jedoch nicht. Sie wurde aber im 20. Jahrhundert dennoch Vorbild für die Weimarer Reichsverfassung von 1919 und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949.

Link: Institut für politische Bildung

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