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Wirtschaftswunder

1952 setzte ein Wirtschaftsaufschwung ein, der bis 1966 jahresdurchschnittliche Wachstumsraten von 6,3 Prozent brachte. Der Aufschwung durch den Koreakrieg und das Wirtschaftswunder ließen die Arbeitslosenquote, die 1950 noch bei elf Prozent gelegen hatte, bis 1965 auf 0,7 Prozent sinken. Trotz des Zustroms von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen und der zunehmenden Erwerbsarbeit von Frauen herrschte seit Ende der fünfziger Jahre Vollbeschäftigung und bald auch Arbeitskräftemangel. So wurden ausländische Arbeitnehmer in großer Zahl - auf Wunsch der Regierung und mit Billigung der Gewerkschaften - angeworben.

Das Wirtschaftswunder erleichterte der Regierung Adenauer die Abwehr gesellschaftspolitischer Neuordnungsvorstellungen der Opposition und der Gewerkschaften. Der zunehmende Wohlstand breiter Schichten steigerte die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft und ließ Forderungen nach Sozialisierung und Wirtschaftsplanung völlig in den Hintergrund treten. Da auch in der Mitbestimmungsfrage keine Fortschritte erzielt werden konnten, konzentrierten sich die Gewerkschaften auf die Verteilung des wachsenden Wohlstands. Das war umso leichter, als die Arbeitgeber in Anbetracht der Wachstumsraten hier eher bereit waren, gewerkschaftlichen Forderungen nachzugeben. Von 1956 bis 1960 konnten die Reallöhne um durchschnittlich 4,6 Prozent jährlich gesteigert werden, in den folgenden Jahren bis 1965 gar um 5,3 Prozent. Auch die Rentner konnten am Wirtschaftswunder teilhaben. Im Januar 1957 verabschiedete der Bundestag mit den Stimmen der Union und der SPD und gegen die FDP das Gesetz zur Anpassung der Renten an die Einkommensentwicklung (Dynamisierung).

Mitte der 60er Jahre endete das unaufhaltsame Wirtschaftswachstum der Nachkriegsjahre und es kam zur ersten Rezession. Die Arbeitsproduktivität sank, die Steuereinnahmen blieben unter den Erwartungen und die Staatsausgaben stiegen erstmals stärker als das Bruttosozialprodukt. Dei Bundesregierung war gezwungen, einige der großzügigen Wahlversprechen wieder zurückzunehmen und die Bundesbank erhöhte die Zinsen, was zu einem Anstieg der Arbeitslosen und einem Rückgang der Investitionen führte. Eine Rückbesinnung auf Erhards Prinzipien könnte auch heute wieder für mehr Wachstum und Beschäftigung sorgen.

Link: Institut für politische Bildung

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